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Aus dem Leben einer Tanne

Tannenbäume stehen in der Adventszeit wieder besonders im Fokus. Dies ist eine gute Gelegenheit für einmal eine Tanne selber sprechen zu lassen, findet das Bundesamt für Umwelt (BAFU).

Naturpark Gantrisch - Berner Oberland. © Marcus Gyger/Schweiz Tourismus/BAFU

Diese sprechende Tanne des Bundesamtes für Umwelt schildert, wie sie die Menschen erlebt, was diese mit ihr machen und welche vielfältigen Funktionen sie als immergrüner Baum auch ausserhalb der Weihnachtszeit erfüllt. 

«Meine Beziehungen zu den Menschen – diesen seltsamen und umtriebigen Wesen auf zwei Stämmen – sind seit alters eng. Weil ich auch im Winter grün bleibe, halten mich viele von ihnen für ein Sinnbild des ewigen Lebens und der Wiederauferstehung. Sie verwenden meine Zweige für Grabschmuck. Im Wald herrscht vor Weihnachten besonders viel Publikumsverkehr. Die Menschen nehmen mich mit nach Hause und behängen mich jetzt, wenn die Nächte am längsten sind, mit bunten Kugeln und allerlei Zierrat und stecken mir brennende Kerzen an.

Als geschmückter Weihnachtsbaum bringe ich dann die Kinderaugen zum Leuchten. Voraussetzung ist natürlich, dass vorsichtig mit dem Feuer umgegangen wird.

Wenn einheimische Kolleginnen zum Einsatz kommen, hat das schon mal den Vorteil, dass sie keinen langen Transport erdulden mussten und entsprechend nicht ausgetrocknet sind. Jedes Jahr werden in der Schweiz 150'000 Christbäume im Wert von 5 Millionen Franken geerntet! Das ist doch eine stolze Zahl, scheint mir.

Unser Holz wird insbesondere von Zimmerleuten sehr geschätzt. Wir Nadelbäume zeichnen uns nämlich durch relativ weiches, regelmässiges Holz aus, das sich gut bearbeiten lässt. Nicht von ungefähr spricht man bei der Fichte vom «Brotbaum» der Forstwirtschaft. Das jährlich in der Schweiz geerntete Holz stammt denn auch zu zwei Dritteln von Nadel- und zu einem Drittel von Laubbäumen.

Seit Jahrhunderten wissen die Menschen um die Vorzüge von Nadelholz als Baumaterial. Ein Holzhaus im Kanton Schwyz mit Namen «Bethlehem» stammt aus dem Jahr 1287. Gefertigt wurde es übrigens aus sorgfältig ausgesuchtem Fichtenholz. Holzbauten sind auch heute noch beliebt, selbst wenn sie teilweise ganz anders aussehen als früher: Dank modernster Technik können sie geschwungene Formen annehmen, und es werden sogar Hochhäuser mit bis zu zehn Stockwerken errichtet.

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